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Bereits zum 4. Mal war Volker Groß 2004 bei Olympischen Spielen als Trainingswissenschaftler im Einsatz
Foto: Ute Freise



Trainings- und Bewegungslehre

Die audio-visuellen Medien finden in der Sportwissenschaft hauptsächlich im Bereich der Trainingswissenschaft ihren Einsatz, insbesondere in der Trainings- und Bewegungslehre sowie der Biomechanik. Schwerpunktmäßig wird auf das Medium Video zurückgegriffen. In der Weiterverarbeitung der aufgezeichneten Videosequenzen kommt es auch zu multimedialen Anwendungsformen.

Die Arbeit mit Video-Equipment im Sport läßt sich unter dem Begriff Video-training zusammenfassen, wobei ein Einsatz im Wettkampf eingeschlossen wird.

Man unterscheidet folgende Arten von Videotraining:

 

Videofeedback-Training

Ziel des Videofeedback-Trainings ist, über den Einsatz von z. B. einer Kamera, Stativ und Monitor, eine objektive Rückmeldung über eine gerade ausgeführte sportliche Bewegung zu erhalten. Nach einer kurzen, gemeinsamen Auswertung durch Trainer und Athlet, können Korrekturen direkt im nächsten Versuch vor-genommen werden.

 

Videoinstruktion

Setzt ein Trainer zur Vor- oder Nachbereitung von Trainingseinheiten sowie ins-besondere von Wettkämpfen/Spielen in einer Besprechnung mit seinen Athleten Video ein, so spricht man von Videoinstruktion als Form des Videotrainings. Das hierbei benutzte Videomaterial sollte methodisch, didaktisch aufbereitet sein, indem die Informationen zu technischen und taktischen Merkmalen reduziert,     d. h. videotechnisch zusammengeschnitten werden und ebenso inhaltlich sortiert werden.

 

Observatives Videotraining

Beim observativen Videotraining geschieht ähnliches wie bei der Videoinstruk-tion.

Der Sportler erhält von seinem Trainer aufbereitetes Videomaterial in Form von Videoclips.

Diese werden dann zur eigenständigen, individuellen Vor- und Nachbereitung von Training oder Wettkampf verwendet. 

 

Videometrie

Unter dem Begriff Videometrie versteht man das Messen aus Videobildern. Es handelt sich hier um einen Bereich, welcher der Biomechanik (Kinemetrie) zu-geordnet wird.

Man unterscheidet 2- oder 3-dimensionale Bewegungsanalysen. Bei der 2-dimensionalen (2-D-Analyse) benötigt man die Bilder einer Kamera, um die Lage der Gelenkpunkte des Athleten oder von Punkten des Sportgerätes als x/y-Koordinate zu bestimmen. Besonders bei den Rotationsbewegungen (Diskus, Hammerwurf, u. ä.) ist es notwendig, die Lage der Punkte als xyz-Koordinate

(3-D-Analyse) zu erhalten, da eine Berechnung von leistungsbestimmenden Faktoren in nur einer Ebene fehlerhaft wäre.

Hierzu bedarf es allerdings einer Aufzeichnung der Bewegung mittels zweier Kameras.

Die dann vorhandenen 2- oder 3-D-Koordinaten ermöglichen dann im nächsten Schritt die Berechnung von mechanischen Größen, wie Längen, Zeiten und Winkel und weiteren abgeleiteten Merkmalen (Geschwindigkeit, Beschleuni-gung, u. a. m.)

 

Biomechanik


Dr. Jürgen Sperlich mit Nadine Opgen-Rhein (Kanu)


Die Biomechanik untersucht die mechanischen Gesetze der menschlichen Bewegung, die durch biologische Prozesse ausgelöst und begleitet werden. Im Leistungssport werden mit Hilfe biomechanischer Untersuchungsmethoden und   -verfahren die sporttechnischen Fertigkeiten und konditionellen Fähigkeiten ob-jektiviert (= messen/darstellen), interpretiert und deren Entwicklung maßgeblich beeinflußt.

Um die verschiedensten Größen zu messen, werden biomechanische Meßver-fahren angewendet. Man spricht hier von den vier Säulen der Biomechanik:

 

Kinemetrie

Die kinemtrischen Meßverfahren dienen zur direkten oder indirekten Ermittlung der kinematischen Grundgrößen Weg (Länge) und Zeit sowie der daraus ableit-baren Größen Geschwindigkeit und Bescheunigung. Im Falle von Drehbewe-gungen werden entsprechende Winkelgrößen bestimmt.

 

Anthropometrie

In der biomechanischen Anthropometrie werden Meßverfahren zusammenge-fasst, die die folgenden mechanischen Eigenschaften des Bewegungsapparates bestimmen lassen:

  • Längenmaße der herkömmlichen Anthropometrie (Gliederlänge, Umfänge u. a.),
  • geometrische Verteilung der Masse (Lage des Körperschwerpunktes, Massenträgheitsmoment),
  • innere Geometrie des Bewegungsapparates (Gelenkkonstruktion, Lage der Gelenkachsen, Hebelarme der Muskulatur, Muskellängen),
  • Festigkeitseigenschaften der Komponenten des Bewegungsapparates (Elastizität, Verformung, Bruchgrenze u. a.).

 

Dynamometrie

Die dynamometrischen Verfahren dienen zur direkten Bestimmung von äußeren Kräften, die an der Peripherie des Körpers als Reaktionskräfte gemessen werden.

Aus Zeit- und Wegverläufen der Kräfte können die Größen Impuls, Arbeit und Leistung berechnet werden. Die Kenntnis der äußeren Kräfte ist auch eine Voraussetzung zur Ermittlung von inneren Kräften.

Meßprinzipien:

Die verformende Wirkung der Kraft an elastischen Körpern wird zur Kraftmes-sung benutzt.

Von besonderer Bedeutung in der biomechanischen Meßtechnik sind wegen ihrer vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten die Kraftmeßeinrichtungen auf Dehnungsmeßstreifen sowie piezo-elektrischer Basis.

 

Elektromyographie

Die Aufgabe der Elektromyographie ist dier Erfassung der muskulären Aktivität über die Messung der Muskelaktionspotentiale.

Mit Hilfe der Elektromyograpie ist es möglich, die Aktivität des Muskels indirekt zu bestimmen. Mit der Innervation des Muskels sind elektrische Aktivitäten ver-bunden, die noch an der Hautoberfläche über dem Muskel gemessen werden können. Klebt man auf die Haut im Abstand von wenigen Zentimetern soge-nannte Oberflächenelektroden oder Hautelektroden, dann kann man die elek-trischen Potentialunterschiede, die bei der muskulären Aktivität zwischen den Elektroden auftreten, messen.

Da mit jeder Muskelspannung eine Änderung der elektrischen Aktivität verbun-den ist, kann man auf diese Weise ein Signal direkt vom Muskel ableiten:

Das Elektromyogramm (EMG).  

 

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